Migration -Vorbild „Menschenwürdiges Arbeiten“

Über 150 Millionen Menschen leben und arbeiten teilweise als Migranten in einem Staat, der nicht ihre ursprüngliche Heimat ist. Von Seiten des Staates wird auch in Richtung menschenwürdiges Arbeiten für Migranten versucht, dies durch gesetzliche Regelungen zu gewährleisten. Ein Vorbild in diesem Sinne wäre die Firma Semco auch für Migranten, wie ein solches menschenwürdiges Arbeiten aussehen könnte.

Die Zahl der Menschen, welche ihre Heimat aus den verschiedensten Gründen verlassen, um in einem anderen Land zu arbeiten und zu leben, wächst stetig. Häufig sind es ganze Familien mit Kindern, die als Migranteneinen neuen Lebensmittelpunkt anstreben. Um menschenwürdig leben zu können, müssen Wohnen, Arbeiten, Bildung und integrierende Freizeitgestaltung und die Pflege des Familienlebens gleichermaßen gewertet und unterstützt werden. Gerade für Migranten, aufgrund ihrer unterschiedlichen Bildung, Religion und Tradition, setzt dies einerseits für die Migranten selbst, als auch für Arbeitgeber eine Erhöhung der Toleranz und ein neues Bewusstwerden für menschenwürdiges Arbeiten voraus. Durch Gesetze kann solch eine geforderte Geistesgegenwart nur schwer oder gar nicht erzielt werden.

Ricardo Semmler, der vor 25 Jahren die Firma Semco übernommen und völlig umstrukturiert hat, setzt vor allem auf ein neues Verständnis von Mensch und Arbeit. Dass seine Idee funktioniert, hat er mit stetig steigenden Gewinnzahlen längst bewiesen. Die Essenz seines Erfolg-Rezepts liegt darin begründet, dass Mitarbeiter wie „Menschen“ behandelt werden und nicht wie „funktionierende Roboter“, deren Arbeitskraft  – ausgebeutet wird. Das bedeutet, dass der arbeitende Mensch nicht auf seine Leistung beschränkt wird, sondern auch seine Freiheiten und somit seine freie Entfaltung, seine gesunde Balance zwischen Beruf und Privatlieben und sogar seine eigene Einschätzung, wie viel Geld er zum Leben braucht und verdienen möchte, zu 100 Prozent geachtet wird. Semmler hat bewiesen, dass Mitarbeiter, die über Freiheiten auf diesen Bereichen verfügen wesentlich produktiver, zufriedener, innovativer und letztendlich auch motivierter und gesünder sind. Er sieht eine Firma als Gemeinschaftsprojekt und achtet wirklich jeden Mitarbeiter, vom Maler bis hin zum Manager, als essenziellen Teil des Ganzen und nicht als „Rädchen im System“.

Zur weiterführenden Information sind von Ricardo Semmler mehrere Bücher erschienen wie „The Seven-Day Weekend: A Better Way to Work in the 21st Century“ und „Das Semco System: Management ohne Manager“.